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Ausblick: Top HR-Prioritäten im Jahr 2022

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08.03.2022

Das Jahr 2022 wird sich im Hinblick auf Trends und Verantwortlichkeiten von HR stark von den vorherigen Jahren unterscheiden. Wir haben mithilfe der Beobachtung wesentlicher vorausgehender Dynamiken sowie einer zukunftsorientierten Trendstudie von Gartner fünf HRTrends herausarbeiten, die wir für das Jahr 2022 prognostizieren.

Ausblick: Top HR-Prioritäten im Jahr 2022

Lesezeit: 5 Minuten

1. Change Management

Einschätzungen von Gartner zufolge werden besonders Transformationsprozesse und ihre Bewältigung eine hohe HR-Priorisierung im Jahr 2022 verzeichnen. Auffällig ist an dieser Stelle, dass die Einschätzung der Wichtigkeit des Change Managements im Vergleich zu den vorherigen Jahren sehr stark gestiegen ist. Gleichzeitig wird eine sinkende Neigung zur Kostenminimierung als hochpriorisierter Aufgabenbereich erwartet. Die beiden Bewegungen zeigen zusammengenommen eine erhöhte Investitionsbereitschaft in neue Strukturen und Prozesse von Unternehmen im Jahr 2022. Getrieben wird die Geschwindigkeit des Trends insbesondere durch die Corona-Krise, welche das steigende Bedürfnis nach hybriden Arbeitsformen, flexiblen Arbeitszeiten und mehr digitalen Operatoren mit sich bringt. Einen weiteren Faktor stellt die sich verkomplizierende Arbeitsmarktsituation dar, welche den Wettbewerbskampf um Talente und die Angst vor einer hohen Fluktuationsrate nährt. Ein dritter Faktor der Transformationsrelevanz entspringt dem zunehmenden Druck nach Legitimation durch die Öffnung der Unternehmensumgebung.

2. Kompetenzen und Fähigkeiten steuern

Als weiterer HR-Trend des Jahres 2022 wird die Steuerung von Kompetenzen und Anforderungen erwartet. Die herangezogene Studie hat gezeigt, dass sich positionsabhängige Kompetenten und Fähigkeiten in einem immer schnelleren Tempo verändern oder wandeln. Zudem werden Anforderungsprofile einiger Berufe immer dichter, vor allem im Bereich IT und Finanzen. Dadurch wird es wichtiger, die Kompetenzen und Fähigkeiten von Mitarbeitenden vorausschauend zu steuern. So werden Themen wie Wissensmanagement und individuelle Weiterbildungsmaßnahmen vermehrt ins Zentrum der Interessengebiete von HR-Verantwortlichen rücken. Da es jedoch äußerst schwierig ist vorauszusagen, wie genau sich die „Skill-needs“ verändern werden, entsteht mit dem Trend auch die Gefahr falscher Investitionen.

3. People Management

Auch die Führung von Mitarbeitern wird sich zukünftig verändern. Viele Arbeitnehmer verzeichnen aufgrund der Krisensituation die Angst, dass zukünftige Krisen möglicherweise nicht erfolgreich bewältigt werden können. Dadurch stehen Führungspersonen Vertrauensproblemen von Seiten ihrer Mitarbeiter gegenüber. Zusätzlich haben sich die Bedürfnisse der Belegschaft im Hinblick auf Führung geändert. Insbesondere die jüngere Generation zieht ihre Motivation aus Grundwerten, wie Stärkenförderung, Empathie und Verständnis. Dadurch wird die Thematik der mitarbeiterzentrierten Führung für den HR-Bereich im nächsten Jahr zu einer wesentlichen Aufgabe gehören. Konkret könnte sich der Trend in veränderten Hierarchiemodellen, der stärkeren Einbindung von Mentorenprogrammen, offeneren Mindsets, mehr Transparenz von organisationalen Strukturen sowie mehr Mitspracherecht und Selbständigkeit von Mitarbeitenden äußern.

4. Scenario Planning und Future of Work

Ebenfalls auf Basis der postpandemischen Vorsichtsmaßnahmen von Unternehmen sehen wir an vierter Stelle der zukünftigen HR-Trends das Scenario Planning. Durch angepasste Methoden werden dabei Arbeitsprozesse und Unternehmensstrukturen systematisch auf mehr oder weniger absehbare Ereignisse vorbereitet. Dadurch werden Digitalisierungsprozesse vorangetrieben, ebenso Datenanalysen zur strategischen Planung und nachhaltigere Produktionsketten. Die Sicherheit von Mitarbeitenden und Mitarbeiterdaten wird in diesem Zusammenhang ebenfalls eine bedeutende Rolle spielen. Darüber hinaus müssen sich Unternehmen durch mehr Branding oder neue Rekrutierungsstrategien auf die zukünftigen Arbeitsmarktbewegungen vorbereiten. Insgesamt wird sich dadurch der Stellenwert von Resilienz an jenen der Effizienz anpassen, die interne Komplexität wird erhöht und Design, Kultur sowie Werte von Unternehmen werden strapazierfähiger.

5. Diversität, Inklusion und Gleichstellung

Zuletzt lässt sich auch der HR-Trend des „DEI-Ansatzes“ für das Jahr 2022 aus unseren Beobachtungen ableiten. Der benannte Ansatz steht für eine Personalpolitik, die mit konsequenter Rechenschaftspflicht nach Diversität, Inklusion und Gleichstellung strebt. Um einen derartigen Ansatz entsprechend umsetzen zu können, müssen objektive Kriterien und individuelle Strategien entwickelt, Leitbilder sowie kollektive Akzeptanz geschaffen und Daten gesammelt werden.

Zusätzlich zu den herausgearbeiteten Top-Trends werden auch andere HR-Themen im nächsten Jahr in den Vordergrund rücken. Beispielweise wird geschätzt, dass auch bestimmte Anwendungsmodule, wie All-in-One-Anwendungen oder Module auf Basis künstlicher Intelligenz immer wichtiger werden. Im Bereich des Recruiting werden sich ebenfalls einige Trends herauskristallisieren. Es kann davon ausgegangen werden, dass zukünftig bei der Talentsuche vermehrt auf Mitarbeiterbenefits gesetzt wird und sich der Suchprozess auf die interne Suche und das Social Media Recruiting konzentrieren wird.

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