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#HR-Beitrag

Corporate Influencer - Mitarbeitende als Botschafter

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22.05.2024
Influencer und Influencerinnen sind noch immer mit vielen Vorurteilen belastet – dabei stellen sie eine moderne Möglichkeit des Marketings dar. Dafür braucht es nicht einmal bekannte Gesichter, denn die wahren Helden Ihres Unternehmens sitzen direkt in Ihrer Firma.

Corporate Influencer - Mitarbeitende als Botschafter

Lesezeit: 5 Minuten

Was sind Influencende?

Unter Influencenden verstehen wir Personen jeden Alters, Geschlechts, Herkunft, sexueller oder politischer Orientierung, die sich über soziale Netzwerke auf allen erdenklichen Wegen selbst vermarkten. Die Vorboten des Influencings waren Werbespots: Wir erinnern uns an die Mirácoli-Werbung, in der die Familie am Tisch sitzt und gemeinsam voller Spaß isst. Oder an die Dame, die schier verzweifelt auf ihrer Spülmaschine sitzt, weil sie mit ihren stumpfen Gläsern keinen Eindruck beim Nachbarn schinden kann. Anschließend trendeten Stars, die einen regelrechten Hype auslösten, wenn bekannt wurde, was sie tragen oder benutzen. Wenig später brachten diese dann ihre „eigenen“ Produkte auf den Markt. Das Ziel bei all dem: Wir wollen wie die Mirácoli-Familie sein oder uns ein bisschen glamouröser fühlen.

Dass man mit diesem Gefühl Geld verdienen kann, ist also nichts Neues. Gewandelt hat sich allerdings das Bedürfnis der Zielgruppen – und hier traten nach und nach Influencer auf die Werbebühne. Ihr Geheimrezept: Authentizität und Normalität.

Der klassische Influencer ist die Nachbarin von nebenan oder der coole Barkeeper aus dem Szene-Café. Quasi im Alleingang schaffen diese Menschen eine Fangemeinde von Hunderten bis zu Millionen Menschen, die ihr Tun genau verfolgen. Darunter auch, welche Produkte und Dienstleistungen sie nutzen und empfehlen. Ist die Reichweite erst groß genug, kommen Unternehmen auf sie zu, um ihre Reichweite für Marketingzwecke zu nutzen. So entwickelte sich ein lukrativer Markt – das Influencer Marketing.

Was macht ein Corporate Influencer?

An dieser Stelle wird direkt der große Unterschied zwischen dem klassischen Influencer und dem Corporate Influencer deutlich: die Transparenz. Klassische Influencer verlieren schnell an Glaubwürdigkeit, wenn klar wird, dass sie Produkt X nur für Geld bewerben. Corporate Influencer hingegen sind bereits Teil Ihres Teams und so überzeugt, dass sie gerne die Werbetrommel rühren.

Der Corporate Influencer ist demnach eine Marketingmaßnahme, die sich am klassischen Influencer-Dasein orientiert. Sie profitieren von einem stabileren Vertrauensbonus, weil das Pferd sozusagen von hinten aufgezäumt wird. Sie kennen ihre Firma und das Angebot bereits sehr gut, stehen hinter den Leistungen, wollen das Unternehmen voranbringen.

Dieses Wissen teilen sie auf den sozialen Netzwerken, die Ihr Unternehmen bedient oder in Zukunft bedient. Auf neutrale, provozierende oder lustige Art geben sie Einblicke in den Arbeitsalltag und tauschen sich mit den Followern aus. Die Liste ist lang, wofür sie eingesetzt werden können.

Oftmals zünden sie durch ihr Tun den kleinen Funken, den ein Follower benötigt, um sich zu bewerben. Wenn dieser bereits in irgendeiner Form Kontakt mit dem Corporate Influencer hatte, fällt es ihm durch die persönliche Bindung leichter, ein Teil werden zu wollen.

Was sind die Unterschiede zwischen Influencer Marketing und Corporate Influencing?

Influencer MarketingCorporate Influencer
HerkunftExternIntern
TransparenzOft nicht gegebenKlare Herkunft
HintergrundSind eine eigene Brand, die Sie nutzen könnenEnge Bindung zum Unternehmen
SchwerpunktEigene Brand, Kooperationen mit diversen FirmenIhr Unternehmen und die Angebote, Dienstleistungen etc.
ZielgruppeSchwimmend, kann sich immer wieder verschiebenFestgesteckt, an Ihrem Unternehmen / der Branche interessiert
ReichweiteIn der Regel höherOftmals niedriger

Ein Corporate Influencer steht für:

  1. Authentizität, Transparenz und Ehrlichkeit
  2. Spannende Insights
  3. Bindeglied zwischen Zielgruppe und Unternehmen

Nice to Know:
CI’s wirken deswegen authentischer, weil Follower wissen, dass Informationen nicht stumpf wiedergegeben werden, wie die Marketingabteilung sie vorgibt. Dadurch verändern sich Mimik, Gestik und Ausdrucksweise, die zu einem tiefen Vertrauensverhältnis zwischen Unternehmen und Follower führen.

Wer sind Ihre Corporate Influencer?

Grundsätzlich kann jeder Mitarbeitende als CI aktiv werden, doch nicht jeder von ihnen ist auch geeignet.

Voraussetzungen, nach denen Sie filtern sollten, können sein:

  • Lust auf Social Media und sich der damit nötigen Verantwortung bewusst sein
  • Im Idealfall Erfahrungen mit Social Media
  • Unternehmens-Experte
  • Kann die Unternehmenswerte authentisch vertreten
  • Sollte der CI mit dem eigenen Account aktiv sein: Möglichst viele Follower

Welche Unterstützung wird benötigt?

Bevor es mit dem Corporate Influencing an den Start geht, empfehlen wir eine entsprechende Schulung, um die Professionalität zu gewährleisten. In dieser erhalten Ihre CI’s das nötige Hintergrundwissen, um nach außen ein klares Bild zu präsentieren, über rechtliche Hindernisse aufgeklärt zu werden und angemessen mit den Followern umzugehen.

Auch für Sie als Unternehmen ist eine Schulung sinnvoll, um Zielgruppen zu definieren, die Social-Media-Kanäle passend zu wählen, oder zu erfahren, wie ein Redaktionsplan erstellt wird und wie es um die lösungsorientierte Konfliktschlichtung geht.

Checkliste für ein gutes Corporate Influencing

  1. Sorgen Sie für zufriedene Mitarbeitende – und das bereits im Vorfeld. Zum einen finden Sie auf diese Weise leichter gute CI’s, jedoch sprechen nicht ausschließlich die öffentlichen, sondern auch die privaten Mitarbeitenden über ihren Job.
  2. Auch Sie als CEO/Vorgesetzte sollten sich nicht verstecken und es alleine Ihren Mitarbeitenden überlassen, in Erscheinung zu treten.
  3. Betrachten Sie Corporate Influencing als Teil der Unternehmensstrategie und definieren Sie entsprechende Ziele.
  4. Entwickeln Sie – sofern noch nicht geschehen – ein Leitbild und Werte für das Unternehmen, die aktiv im Firmenalltag gelebt werden und nicht nur „auf dem Papier“ existieren.
  5. Entwickeln Sie gemeinsame (und einfach einhaltbare) Guidelines für Social Media. Bleiben Sie im stetigen Austausch über beispielsweise Geheimhaltungsvereinbarungen, Sprach- oder Verhaltensregeln, um Schwachstellen zu erkennen und auf diese zu reagieren.
  6. Definieren Sie einen Zeitrahmen.
  7. Stellen Sie sowohl Schulungen als auch Content zur Verfügung. Je mehr Ihr CI davon hat, desto besser kann dieser „aus den Vollen schöpfen“ und für interessante und professionelle Inhalte sorgen.

Was sind Vorteile und Nachteile von Corporate Influencern?

VorteileNachteile
  • Hohe Glaubwürdigkeit aufgrund der Zugehörigkeit zum Unternehmen und des Branchenverständnisses
  • Stärkung der Kundenbindung und Markenbildung durch leichteren und modernen Kundenaustausch
  • Erhöhung der Unternehmenssichtbarkeit
  • Verbesserung der Unternehmenskultur
  • Steigerung der Mitarbeitendenmotivation und des Unternehmensimages
  • Bindeglied von Öffentlichkeit und Unternehmen
  • Sehr glaubwürdig
  • Interessante Einblicke in das Unternehmen
  • Höhere Conversions
  • Stärkung der Bindung zwischen Unternehmen und Mitarbeitenden
  • Zu werbliche Postings schmälern die Authentizität und Glaubwürdigkeit
  • Wenige Corporate Influencer machen das Unternehmen abhängig von ihnen
  • Bleibende Autonomie bezüglich der eigenen Meinung und Handlungen (= Risiko eines „Shitstorms“)
  • Risikoerhöhung der viralen Kontroversen aufgrund der Autonomie
  • Wird der Content zu werblich, können Authentizität und Vertrauen sinken

Was gibt es rechtlich beim Corporate Influencing zu beachten?

Corporate Influencer sind diversen rechtlichen Regularien unterwiesen, die Sie beachten müssen.

An oberster Stelle steht dabei, dass klar erkennbar sein muss, welches Unternehmen hinter dem Corporate Influencer steckt. Nutzen Sie für diesen Content am besten eine Firmen-E-Mail, den Firmen-Account und nennen Sie das Unternehmen in dem Account-Impressum. Besonders der letzte Punkt ist wichtig, allerdings reicht dort sogar ein Link – wenn der Nutzer mit höchstens zwei Klicks zu der Unternehmenswebseite geleitet wird.

Die Beiträge müssen als werbliche Inhalte markiert werden, weil sie genau das sind. Sie sollten Ihrem Corporate Influencer auf keinen Fall absolut freie Hand lassen, denn er muss sich an die geltenden Wettbewerbs-, Urheber- sowie Markenrechte halten. Andernfalls könnten nicht nur ihr CI, sondern auch Sie dafür haftbar gemacht werden – gegebenenfalls auch, wenn er einen privaten Account nutzt.

An der Stelle sei Ihnen empfohlen, dass Sie die Besitzrechte vertraglich festhalten sollten. Das spielt vor allem dann eine Rolle, wenn der Mitarbeitende aus dem Unternehmen ausscheidet. Andernfalls könnten Sie in einen Rechtsstreit geraten, wenn dieser „seinen“ Account und die mit ihm gewonnene Followerschaft nicht aufgeben möchte.

Tipp:
Wir haben Ihnen an dieser Stelle nur einige Anhaltspunkte für das bereitgestellt, was Sie beachten müssen. Für einen rechtlich wasserdichten Vertrag sollten Sie Ihre Rechtsabteilung hinzuziehen.

Fazit

Wagen Sie den Schritt zu einem Corporate Influencer und profitieren Sie von den unzähligen Möglichkeiten.

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